Mein erster Halbmarathon

Schon immer war ich davon überzeugt, dass man alles schaffen und erreichen kann, was man will. In guten Zeiten mehr, während der Matheschularbeit weniger. Aber im Prinzip, ja, denke ich schon, dass das Gehirn und unsere Gedanken ziemlich beeindruckende Fähigkeiten haben und so Vieles in unserem Leben einfach nur davon abhängt, wie sehr man sich auf etwas fokussiert. Und heute hab ich mir mal wieder selbst bewiesen, dass Erfolg einzig und allein eine Frage der Einstellung ist.

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Gestern schon habe ich mich auf heute gefreut, weil der Wetterbericht kühle Temperaturen vorhergesagt hatte. Und das traf sich gut, ich wollte nämlich mal einen Halbmarathon laufen. Meine physische Vorbereitung dafür war wahrscheinlich suboptimal. Seit acht Wochen laufe ich wieder regelmäßig, die längste Distanz, die ich in meinem Leben laufend zurück gelegt habe, waren bisher 14 Kilometer. Meistens sind’s so zwischen 5 und 8 Kilometer, die ich nach oder vor der Arbeit noch schnell reinquetsche. Aber seit gestern bin ich meine geplante Strecke im Geiste immer wieder abgelaufen und heute hab ich schließlich meine Schuhe angezogen und bin losgelaufen. Erzählt habe ich natürlich niemandem von meinem Vorhaben, just in case.

Allerdings hat sich herausgestellt, dass ich mir keine Sorgen hätte machen müssen. Die Wetterbedingungen waren ideal, der Akku vom Handy voll, die Playlist gut, die Suunto aufgeladen, der Abend unverplant. Gut, die Bänder im linken Fuß und meine Knie schmerzten a bisserl, aber ich wollte es so sehr. Ich bin losgelaufen und einfach immer weiter gelaufen. Über die Strecke habe ich mir während des Laufs wenig Gedanken gemacht, auch die Zeiten hab ich nicht wirklich wahrgenommen. Ich hab mich so sehr auf die Zahl auf der Uhr und am Handy gefreut und auf die Spaghetti, die ich mir danach gönnen wollte, dass alles andere wurscht war.

Als ich nach 21,04 km daheim ankam, war ich glücklich, von Endorphinen überflutet und mega hungrig. Aber auch ziemlich fertig. Jetz lieg ich also im Bett und träume immer noch von meinen Spaghetti, aber momentan kommt es mir so vor, als würde das Aufstehen jetzt mehr von mir abverlangen als der gelaufene Halbmarathon. Kann mal jemand bitte vorbei kommen und mir Nudeln kochen? Danke.

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