Simon Beckett – Obsession

Gerade noch war alles in bester Ordnung. Ben Murray war mit seiner geliebten Sarah verheiratet. Gemeinsam kümmern sie sich um Sarahs Stiefsohn Jacob. Der benötigt viel Aufmerksamkeit und einen klar strukturierten Tagesablauf. Jacob ist nämlich autistisch. Doch dann ändert sich das Leben der Murrays mit einem Schlag. Oder besser: mit einem Schlaganfall. Denn Sarah stirbt unerwartet an einem Aneurysma.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, entdeckt Ben in den Sachen seiner verstorbenen Frau eine Metalldose. Darin hat sie nicht nur Jacobs Geburtsurkunde aufbewahrt, sondern auch Zeitungsausschnitte, die von einer Säuglingsentführung aus einem Krankenhaus handeln. Das Geburtsdatum von Jacob stimmt mit dem Tag der Entfühung überein. Ben beschleicht eine unangenehme Vorahnung. Er möchte sichergehen, weshalb er einen Privatdetektiv beauftragt, ein paar Nachforschungen anzustellen.

Der allerdings – und da lässt Beckett kein Klischee aus – wittert das große Geld, verhält sich wie ein Arsch und arbeitet für beide Seiten. Er gibt nämlich Jacobs leiblichem Vater, einem Ex-Soldaten, und dessen Frau bescheid. Die beiden sind nicht gerade vertrauenserweckende Gestalten, schon das erste Zusammentreffen verläuft gewalttätig. Kein Wunder, dass Ben verzweifelt, als das Sorgerecht für seinen Sohn diesen zwielichtigen Gestalten zugesprochen wird. Er legt sich auf die Lauer… Ob das mal gut geht?

Meine Meinung

Warum am Rückendeckel eine falsche Inhaltsangabe steht, weiß ich nicht. Weshalb am Cover ein „Bestseller“-Sticker klebt, weiß ich schon. Denn der Name Beckett verkauft nunmal, seit der mit seinen David-Hunter-Büchern groß geworden ist. Allerdings muss man ehrlich sagen, dass dieses Buch nicht zu seinen stärksten zählt. Es wurde bereits 1998 veröffentlicht und erlebte im Hunter-Fahrwasser sein Revival.

Viele Fans, darunter ich, werden enttäuscht sein. Denn obwohl das Buch in der ersten Hälfte halbwegs spannend ist, ist es doch insgesamt betrachtet ein wenig enttäuschend. Das Ende wirkt irgendwie aufgesetzt und ist einem Beckett nicht würdig. Schade, dass er sich nicht die Mühe gemacht hat, seine Autorenerfahrung zu nutzen und das Ende etwas anders zu gestalten. Insgesamt ein kurzweiliges Buch, das man aber nicht unbedingt gelesen haben muss.

Die Eckdaten

Original: Owning Jacob (1998)
Seiten: 413 (Rororo, Taschenbuch)
Preis: 10,30 Euro
ISBN: 978-3-499-24886-3

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