Ballonfahren

Ich war Ballonfahren!

Vor kurzem habe ich einen Punkt meiner All-Time-Bucketlist erledigt. Ich war nämlich Ballonfahren. Der Rahmen dazu war das Alpin Ballooning Event, das jedes Jahr Ende Jänner im Tiroler Kaiserwinkl abgehalten wird. Zu dieser Veranstaltung kommen über 60 Ballonfahrerteams aus ganz Europa. Sie alle nehmen an Wettfahrten teil, außerdem gibt es für Passagiere die Möglichkeit, relativ kostengünstig (ca. 250 Euro) dabei zu sein. Wenn sich Gelegenheiten präsentieren, muss man die beim Schopf packen. Ich habe daher nicht lange überlegt und hatte auch gar keine Gelegenheit, besonders nervös zu sein. Ich hatte nämlich erst kurzfristig erfahren, dass die Sache klappen würde.

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Zum Glück gibt es eine recht hilfreiche FAQ-Seite auf der Website von Alpine Ballooning, auf der man alles zur richtigen Kleidung erfährt. Im Großen und Ganzen wurde das empfohlen, was ich auch beim Burgenland Extrem anhatte: Winderwanderzeug. Also lange Wanderhose, Skiunterwäsche und Anorak. Ich kam um 9 Uhr 30 zum vereinbarten Treffpunkt und wurde dort von den Ballonpiloten Uwe, seiner Frau Sabine und dem Co-Piloten Frank abgeholt. Alle drei und der Rest der gesamten Mannschaft (6 weitere Personen) waren Deutsche. Das macht prinzipiell nichts. Der Humor ist halt ein anderer.

Das Team nahm mich mit ihrem Auto zum Startpunkt mit, wo der Ballon erstmal aufgebaut werden musste. Von Passagieren wird erwartet, dass sie kräftig zupacken. Ich wollte auch gerne, aber bin im Prinzip eher im Weg herumgestanden, denke ich. Mit geübten Handgriffen haben die Teammitglieder den Ballonkorb zusammengebaut, den Ballon vertäut und sich um die Vorbereitungen gekümmert. Sabine gab mir eine umfassende Einweisung über die Dinge, die man im Ballon besser nicht tut und was es zu beachten gilt.

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Kurz bevor ich das Signal zum Eisnteigen bekam, war ich dann doch ein wenig nervös. Es ging dann alles recht schnell – oder doch auch wieder nicht. Denn wie in einem Lift schwebten wir nach oben. Die Menschen unten winkten uns vier im Korb zu, das Verfolgungsauto machte sich zeitgleich mit uns auf den Weg. Höhenangst hatte ich tatsächlich keine, nicht einmal ein bisschen. Man schwebt so sanft und geräuschlos dahin, dass man gar nicht erst auf die Idee kommt, über die Rahmenbedingungen nachzudenken. Zum Beispiel darüber, dass der feste Grund und Boden Kössens 2 Kilometer unter einen liegt. Und dass man davon nur durch einen relativ dünnen Holzboden getrennt ist.

Ansonsten tut sich in der Luft nicht recht viel. Man fährt mit dem Wind dahin und sieht die Welt aus einer ganz neuen Perspektive. Im Ballon ist es nicht kalt und es ist windstill. Die Szenerie ändert sich dann während der Fahrt nur geringfügig. Dafür ist man einfach zu langsam unterwegs. Nach etwa 200 Minuten war der Zauber dann auch schon wieder vorbei. Wir landeten im Allgäu, wo das Verfolgerteam schon auf uns wartete. Der Ballon musste dann wieder abgebaut und in den Anhänger verfrachtet werden. Außerdem gab es für mich noch eine Ballonfahrer-Taufe, weil ich zum ersten Mal in einem Ballon unterwegs war. Das war ganz süß. Ich musste mich auf die Erde knien, Sabine sengte mir eine Haarsträhne mit einem Feuerzeug an, Jenny löschte die mit Sekt. Dabei wurde mir ein elendlanger Adelstitel verliehen.

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Bis ich schlussendlich wieder bei meinem Auto in Kössen war, vergingen insgesamt sechs Stunden. Davon waren wir eineinhalb in der Luft. Und wir hatten beste Wetterbedingungen. Das ist etwas, mit dem man schon rechnen muss: für ein bisschen Ballonfahren geht ein ganzer Tag drauf, vor allem, wenn die Wetterbedingungen nicht optimal mitspielen. Stress darf man da keinen haben. Es war ein schöner Tag, aber ich kann jetzt nicht unbedingt sagen, dass mich das Ballonfahrer-Virus gepackt hat. Vielleicht irgendwann mal mit anderem Panorama nochmal, aber das muss jetzt nicht unbedingt sein. Ich bin aber froh und dankbar, dass ich das einmal erleben durfte.

Wie steht’s mit dir? Warst du schon einmal Ballonfahren? Möchtest du es gerne mal ausprobieren? Let me know in the comments 😉

#ballonfahren #bucketlist #onceinalifetime #koessen #kaiserwinkl #alpinballooning

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