Wahrscheinlich kennen die meisten Frauen meiner Generation (und der Generationen vor mir) das Gefühl, dass einen der eigene Körper einfach hasst. Aktuell befinde ich mich so richtig im Clinch mit meinem Body und ich kann wirklich nicht behaupten, dass es in den letzten Monaten auch nur einen Tag (oder eine Stunde) gegeben hätte, an der ich nicht überlegt habe, was mit mir verkehrt ist.
Aktuell wiege ich 4 Kilo mehr als mein All Time Low letztes Jahr zur selben Zeit. Auch damals war ich noch ca. 5 Kilo von meinem absoluten Traumgewicht entfernt. Jetzt sind es quasi fast zehn. Es ist ernüchternd, denn ich bin tatsächlich ein Mensch, der jede Kalorie trackt, darauf achtet, genügend Ausdauersport zu betreiben und zweimal pro Woche ins Fitnesscenter pilgert. Dort trainiere ich progressiv. Das heißt, ich bin nicht so eine, die pinke Gewichte herumwirbelt, sondern ich strenge mich so richtig, richtig an. Um die 20.000 Kilo bewege ich pro Einheit. An sich etwas, auf das man durchaus stolz sein könnte.
Nur: Das Gewicht steht, es gibt auch sonst keine sichtbare Veränderung. Denn auch das mache ich regelmäßig: Ich vermesse die wichtigsten Stellen meines Körpers und nehme Fotos auf. Wozu all die Arbeit? Es ist ernüchternd. Es macht traurig. Und ich frage mich ständig, was ich falsch mache. Warum andere einfach essen, was sie wollen und passt schon.
Nein, ich esse nicht zu wenig. Nein, ich esse nicht zu viel. Mein Protein-, Fett- und Kohlehydratverhältnis ist aufs Gramm ausgerechnet. Meine Hormone wurden überprüft. Alles im absolut normalen Bereich. Die Verzweiflung ist real und ich hätte wirklich gern eine Art Wundermittel. Was sein könnte: mehr schlafen, weniger Stress. Aber ob das der Grund ist, weshalb einfach gar nichts mehr geht? Aktuell fühle ich mich weder gestresst, noch müde. Im Gegenteil. The Chill Report ist auf Schiene, meine Umsätze passen, ich habe Freude am Hausprojekt. Was nun?