Ich klinge wie die Mutter, die ich nie sein wollte. Aber es ist tatsächlich so: Die Zeit vergeht einfach wie im Flug. Mittlerweile ist es mehr als 8 Jahre her, dass ich in meinem Job als angestellte Reise-Redakteurin bei einem österreichischen Medienhaus nicht mehr happy war. So ganz habe ich nämlich nicht verstanden, weshalb man für Pressereisen Urlaub nehmen muss, warum wir uns Reportagen ausdenken müssen und warum meine Anwesenheit in einer Redaktion erforderlich ist, wenn doch schon die nächsten drei Ausgaben des damals noch wirklich schönen Printmagazins fertig sind. Meine Idee war es, der Herausgeberin eine Mitarbeit als fixe Freie anzubieten. Argumente hatte ich viele, denn einerseits hätte ich so dem Verlag ein Drittel weniger gekostet (Stichwort: Lohnnebenkosten) und andererseits hätten wir unseren Lesenden gegenüber ein schlagendes Argument gehabt: „Wir waren wirklich da!“. Ich hätte meine Zeit effizient nutzen können. Nachdem wir nur zu zweit für dieses Magazin verantwortlich waren, wäre es ein Leichtes gewesen zu verfolgen, ob ich unterwegs bzw. daheim nicht nur chille, sondern auch etwas arbeite. Das Magazin musste einfach jede Woche fertig werden. So dachte ich zumindest. Die Herausgeberin konnte oder wollte mich nicht verstehen und legte mir nahe, zu kündigen, wenn ich doch so unzufrieden sei. Das tat ich in diesem Moment auch.
Drei Monate später marschierte ich aus dem Verlag raus und in mein Leben als Selbstständige rein. Und was soll ich sagen? Es war immer leicht. Es wird immer leicht sein. Weil ich einfach der Typ dazu bin. Natürlich arbeite ich viel. Das stört mich aber nicht, denn ich liebe es. Ich würde all diese Dinge ja genauso machen, würde ich nicht dafür bezahlt werden.
Am 1. Juli 2018 ging dann also mein eigenes Reisemagazin The Chill Report online. Anfangs beschränkte ich mich auf Reisethemen, acht Jahre später haben wir ein viel breiteres Portfolio und decken auch andere schöne Themen ab. Vor drei Jahren kam das E-Paper dazu, es erscheint heute bereits zum 6. Mal. Und was soll ich sagen? Ich bin stolz.