Zwei Jahre lang habe ich intensiv nach einem Haus gesucht, in dem ich eine Art Writer’s Residence einrichten kann. Ich liebe Wien und alles, was die Stadt zu bieten hat. Gleichzeitig sehne ich mich aber auch danach, barfuß durch einen Garten zu laufen, einen Weihnachtskranz an die eigene Front Door zu hängen und einen Ort zu haben, der mir gehört. Also wirklich mir. Eigentlich war ich schon fast kurz davor, die Suche aufzugeben, denn wenn eine Immobilie halbwegs gut ausgeschaut hat, war sie am Gluteus Maximus der Welt. Und wenn sie da war, wo ich meinen Zweitwohnsitz eigentlich haben wollte, war sie zu teuer.
Vor kurzem habe ich zufällig in dem Moment, als der beste Mann von allen an mir vorbeiging, die Frontansicht auf Google Maps von einer für mich eigentlich gar nicht so spannenden Immobilie offen gehabt. Ein Satz hat dann alles verändert: „Wow, da könnten wir unsere Weihnachts-Pop-Up Bar machen“ meinte der Mann der Männer. Die Immobilie, die ich anschaute, war nämlich zur Hälfte ein Geschäftshaus mit großen, goldumrahmten Auslagen, einer Vintage-Eingangstür und einer gefliesten Fassade. Und: Sie liegt an einem Bach. Zwar ist der Garten etwas kleiner, als ich das eigentlich für mich gewollt hatte, außerdem liegt das Haus in einer Siedlung. Dabei wollte ich doch immer Ruhe! Allerdings waren da sofort Bilder in mir. Ich habe eine Vision für die Zukunft, die sehr klar ist: The Chill Report goes offline. Also nicht ganz, aber teilweise. Im Erdgeschoß des Geschäftslokals gibt’s künftig eine schicke Redaktion mit Co-Working Space, außerdem einen Concept Store. Also Edition & Redaktion. Im Concept Store, dessen Thema sich je nach Lust, Laune und Jahreszeit ändert, kann man nur die hochwertigsten Dinge kaufen. Und darüber gibt’s noch 70 Quadratmeter für Lesungen, Vorträge, Kurse, Yoga. Ein kleines Podcast-Studio ist ebenfalls angedacht.
Und der Rest der SAGENHAFTEN 300 Quadratmeter Wohnfläche? Das wird der private Bereich. In ihm möchte ich leben. Weil mein gesamtes Pinterest und auch Instagram zunehmend von KI-generierter Scheiße voll sind, möchte ich den Umbau und die Transformation medial begleiten: Schriftlich am Chill Report und auf Instagram mit Videos. Die Grundprämisse dabei: Wie nahe komme ich dem Pinterest-Fiebertraum von KI im echten Leben und mit echtem Geld? Man darf gespannt sein.
Was haltet ihr von der Idee?