Aprilscherze in den Medien

Aprilscherze in den Medien

Früher habe ich den 1. April gehasst. Vor allem, weil meine Mutter einfach so verdammt gut darin war, uns mit ausgefeilten Scherzen, die oft auch die Mitarbeit von Freunden erforderte, in den „April zu schicken“. Mein Lieblingsscherz war jener, bei dem sie meinen Vater in der Arbeit anrief, um ihn wegen einer Kohlelieferung zu rügen. Ihrer Geschichte nach habe der Kohlelieferant einfach die Kohle abgeladen und sei wieder davon gefahren. Sie machte meinem Vater die Hölle heiß, denn im Jahr davor hatten sie die Heizung auf Gas umgestellt. Erbost gab sie meinem Vater eine Telefonnummer – die von ihrer guten Freundin und Nachbarin – unter der er die Kohlefirma erreichen könne. Dad rief dort an, die Nachbarin spielte mit und am Ende des Liedes raste mein Vater von der Arbeit nach Hause, um das Drama zu begutachten. Begrüßt wurde er freilich von „April, April“.

Im Laufe meines Lebens gab es durchaus auch Gelegenheiten, bei denen meine Cousinen und ich uns Aprilscherze ausdachten. Mit zunehmendem Erfolg meiner Aktionen nahm auch meine Zuneigung zu diesem besonderen Tag zu.

Die hohe Kunst des Scherzes

Seit ich in der Medienbranche tätig bin, liebe ich den 1. April richtiggehend. Es ist immer noch Gang und Gäbe, dass PR-Agenturen, Magazine und Zeitungen an diesem Tag Geschichten der absurden Art erfinden. Zugegeben, bei all den Absonderlichkeiten, die derzeit (vor allem in der Weltpolitik) passieren, ist es zunehmend schwerer, wirkliche Fakes zu identifzieren. Dass etwa der YouTube Star unter den Rechtsanwälten, Christian Solmecke, den in Dubai inhaftierten „Influencer“ Simon Desue mit dem Argument „Das Liquid Ex war als Pflanzendünger gedacht“ freibekommen habe, glaubte ich bis zu ca. 2/3 des Videos. Guernseys erstes Unterwasserhotel mit schicken KI-Fotos hingegen war recht easy zu erkennen. Natürlich beteiligen wir uns am Chill Report auch jedes Jahr an den Pranks. Dafür gibt es eigens die Redakteurin Avril Canard (Aprilente auf Französisch). Sie denkt sich so Dinge aus wie „Gratisurlaub auf der Chill Report Luxusyacht Cinatit“ oder „The Chill Report kauft Malediven-Insel.“

Dieses Jahr haben wir uns einen neuen Reisetrend ausgedacht. Die sogenannten „Reduced Stimulus Trips“, also möglichst langweilige Reisen. Ein kleiner Shade fällt dabei auf meinen Heimatort Amstetten. Wahrscheinlich muss ich dafür jetzt mein Sumsi Sparbuch von der Raika zurückgeben.

Welche Aprilscherze in den Medien sind euch aufgefallen?

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