My favorite Murder

Ich muss eine neue Abhängigkeit zugeben. Eine Podcast-Abhängigkeit. Aber nicht etwa irgendeine. Nein. Auf einer Pressereise (Kentucky!) wurde ich gefragt, von wo ich ursprünglich sei. Ich hab denen von meinem Heimatort erzählt. Und ausnahmslos alle der internationalen Gruppe wussten, wo mein Geburtsort ist. Denn dort passierte ein Verbrechen, das es in die internationalen Schlagzeilen – über Monate hinweg – schaffte. Neben mir saß Lucy aus London. Ihre erste Reaktion war: „Oh my God, I love stuff like that“, woraufhin ich zugab: „Yeah, me too!“

Und schon fanden wir uns während des Mittagessens (im „Proof on Main“ in Louisville, KY – hervorragend!) in einer Diskussion rund um Forensic Files, True Crime und creepy Zeug. Sie hat mir daraufhin „My favorite Murder“ empfohlen. In diesem Podcast sprechen Karen Kilgariff und Georgia Hardstark einmal pro Woche über Mordfälle, die sie faszinieren. Man stellt sich zwei amerikanische Hausfrauen vor, blond und mit Perlen behangen, wie sie da so sitzen, Tee trinken und ungerührt über „suphuric acid“ lektorieren. Nein, hat sich herausgestellt, es sind zwei dunkelhaarige Frauen mit echten Jobs und einer Faszination für das morbide.

Das Morbide ist einem ja als Wienerin (wenn auch nur Wahlwienerin) durchaus nicht fremd. Ich bin jedenfalls reingekippt und hab im September begonnen, mich durch die Episoden zu hören. Sie sind witzig, es ist viel Blabla dabei, aber auch viel Interessantes. Lange war es beim Putzen mein Go-To, dann auch beim Laufen. Wenn ich nicht gerade mit der Zombies, Run! App unterwegs war. Das war bisher auch kein Problem. Aber jetzt ist es meistens schon dunkel, wenn ich durch die Gegend renne. Und da lauf‘ ich lieber vor fiktiven Untoten davon, als mich bei jedem Schritt fragen zu müssen, ob der alte Mann mit dem Hund eventuell der nächste John Wayne Gacy ist.

„My favorite Murder“ ist daher wieder auf Sonntagnachmittage verbannt. True Crime Fans kann ich den Podcast aber auf jeden Fall ans Herz legen. Und bis ich den auch beim Laufen wieder hören kann, ohne mir eine Paranoia aufzuziehen, befolge ich einfach den Ratschlag von Karen und Georgia: „Stay sexy and don’t get murdered!“

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